Interview mit Michael Przytulla

Michael Przytulla ist vom VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen

Am Montag, 17. September, dreht sich im iba.SPEAKERS CORNER in Halle A1 alles um  das Thema Industrie 4.0. Michael Przytulla vom VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen erklärt, was die Besucher an diesem Tag erwartet.

Industrie 4.0 wird Arbeit und Prozesse maßgeblich verändern

iba: Herr Przytulla, der VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen widmet sich bei seinen Vorträgen auf der iba.SPEAKERS CORNER dem Thema Industrie 4.0. Was bedeutet der Begriff?

Michael Przytulla: Vereinfacht gesagt, geht es um die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen. Das heißt, Menschen, Maschinen, Anlagen und Produkte kommunizieren so miteinander, dass die Produktion und die Logistik effizient, zum Teil sogar selbstorganisiert abläuft - mit Maschinen, die aus Situationen lernen, und wissen, wie sie Daten und Informationen sinnvoll verwerten.

iba: Welche Vorteile bringt das mit sich?

Michael Przytulla: Lösungsansätze von Industrie 4.0 können Wegbereiter sein für Produktinnovationen auch in Losgröße 1, neue Plattformbasierte Dienstleistungen und effizientere Produktionsprozesse.

So können zum Beispiel Sensoren in Maschinen Unregelmäßigkeiten - Temperaturabweichungen oder ungewöhnliche Vibrationen - feststellen und so vor Schäden warnen, bevor sie entstehen. Ein anderes Beispiel ist die Vernetzung: Wenn Maschinen miteinander kommunizieren können diese selbst Aufträge annehmen und bearbeiten.

iba: Das klingt ein wenig nach Zukunftsmusik…

Michael Przytulla: Der Nutzen von Industrie 4.0 entfaltet sich durch die geschickte Verknüpfung der Technologien - und durch das analysieren und Verwenden relevanter Daten. Vielen Unternehmen ist der Weg zur Identifizierung und erfolgreichen Verknüpfung der Industrie-4.0-Lösungsansätze noch nicht bewusst. Wir als Verband wollen dafür sorgen, dass sie diese erkennen und nutzen, beispielsweise durch Vorträge auf der iba.SPEAKERS CORNER.

iba: Das heißt, Industrie 4.0 lässt sich auch im Bereich Lebensmittel anwenden?

Michael Przytulla: Natürlich ist es in der Backbranche anders als in der Automobilindustrie, weil es um andere Prozesse, Rohstoffe und Produkte geht. Die angesprochene Wartung von Maschinen oder der Bereich Logistik, wenn Objekte ihren Weg eigenständig finden, ist unabhängig vom Rohstoff. In der Lebensmittelbranche gibt es bereits viele Anwendungsbeispiele.

Schon heute können Regelungssysteme Anlagen in klar definierten Bereichen autonom fahren und Gärprozesse automatisch in einem bestimmten Temperaturfenster halten. Denkbar ist aber auch, dass sich Verbraucher künftig online ihr Brot selbst zusammenstellen, das dann individuell hergestellt wird.

iba: Bei Ihren Vorträgen auf der iba.SPEAKERS CORNER werden einige Beispiele vorgestellt. Welche?

Michael Przytulla: Wir informieren zum Beispiel über die notwendige digitale Nachrüstung von Bestandsanlagen, die Einbindung von industrieller Bildverarbeitung in der Verpackung, maschinelle Bedienerassistenzsysteme und Regelkreisen, die eine Verbesserung von Produktqualität und Produktivität ermöglichen.

iba: Geht das zu Lasten der Mitarbeiter?

Michael Przytulla: Industrie 4.0 wird die Arbeit und ihre Prozesse maßgeblich verändern. Es wird ein anderes Arbeiten. Mitarbeiter müssen mehr steuern, mehr koordinieren, mehr überwachen und organisieren. Mit den angesprochenen Assistenzsystemen gibt es auch hier technologische Möglichkeiten, die dem Mitarbeiter nutzen. Trotzdem müssen sich das Management und die Mitarbeiter für diese Zukunft qualifizieren.

iba: An wen richten sich die Vorträge auf der iba.SPEAKERS CORNER?

Michael Przytulla: Natürlich an die Brot- und Backwarenhersteller. Wichtige Zielgruppe sind aber auch die Maschinen- und Anlagenbauer, die die Maschinen und Anlagen für die Produktion und Verpackung herstellen.

Vortrag im iba.SPEAKERS CORNER

  • Thema: "Smart Future" im Maschinen- und Anlagenbau
  • 17.09.2018
  • 10:30 - 10:50 Uhr
  • iba.SPEAKERS CORNER
  • Halle A1.170

Industrie 4.0 beinhaltet die Handlungsfelder Arbeit 4.0, Sicherheit, Normen und Standards, Rechtsrahmen, Forschung und Innovation.

Der VDMA unterstützt die Mitgliedsfirmen des Maschinen- und Anlagenbaus bei der Umsetzung. Es werden die Maßnahmen und Informationsangebote aufgezeigt.

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